Die Transformation meiner Selbst

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Letztes Jahr war für mich ein Jahr großer Veränderungen. Mal wieder 😉 Inzwischen bin ich ja der Meinung, dass jedes Jahr so ist und diese Veränderung niemals wirklich aufhört. Sei es wie es sei, ein Teil meiner jetzigen Veränderung blieb durch meinen Bekanntenkreis nicht unbemerkt und viele haben mich gebeten dazu mal was zu bloggen.

Zuerst einmal zum sogenannten „vorher“ Die letzten 15 Jahre waren wohl dadurch geprägt, dass ich ziemlich viel am Computer gezockt habe und meine Ernährung wohl auch nicht gerade die beste war. Dementsprechend sah ich dann auch aus. In der Spitze hatte ich über 113 Kilo auf den Rippen. Und das bei 1,82m. Dazu kamen Stress, Überarbeitung, familiäre Dinge und in Folge dessen ein Burnout, Herzrhythmusstörungen und eine angegriffene Leber. Herzlichen Glückwunsch.

Es wurde also Zeit etwas zu ändern und zwar grundlegend. Ich nehme mal die Enttäuschung direkt an den Anfang. Es folgt jetzt kein Wunderbericht mit tollem Diät-, Lebens-, oder Fitnesstipp.

Angefangen hat es damit, dass ich mir nach dem Burnout Hilfe gesucht habe. Ich werde euch jetzt nicht mit Details dazu langweilen. Wichtig ist eigentlich nur, dass ich angefangen habe sehr grundlegende Dinge neu zu durchdenken.

Recht früh bekam ich die Aufgabe mir eine Woche lang jeden Tag mindestens 15 Minuten lang etwas Gutes zu tun. Auf den ersten Blick ziemlich schlicht. Allerdings hat es dazu geführt, dass ich sehr intensiv darüber nachgedacht habe was genau das bedeutet. Womit tut man sich denn etwas Gutes. Für viele Menschen kommt dann erstmal sich was Leckeres zu kochen, ein schönes Stück Kuchen zu essen, einen Abend auf dem Sofa zu genießen. Vielleicht auch Schokolade oder Knabberkrams.

Aber kann es wirklich etwas Gutes sein, wenn es gleichzeitig dem Körper eher etwas Schlechtes antut. Die Antwort die ich für mich gefunden habe war ein klares nein. Damit fing dann meine Ernährungsumstellung an. Die Regel ist ganz einfach: Wenn man Kohlenhydrate zu sich nimmt sollten es möglichst hochwertige sein. Das gleich gilt für Fett und Eiweiß.

Gut, hier muss man sich dann erstmal informieren was überhaupt hochwertige Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße sind. Als Faustregel kann man nehmen: Je weniger verarbeitet desto besser. Bei Brot heißt das auf Weißbrot zu verzichten und eher Graues Vollwertbrot zu nehmen, bei Fetten heißt das eher gute Öle zu nehmen als Butter und Sahne. Bei Eiweiß versuchen tierische Eiweiße auch mal durch pflanzliche zu ersetzen. Die findet man vor allen Dingen in Hülsenfrüchten. Außerdem habe ich den Anteil von Obst und Gemüse an meiner Ernährung deutlich erhöht. Insgesamt aber habe ich die Menge von dem was ich esse verringert, möglichst nichts mehr zwischen den Mahlzeiten gegessen und langsamer gegessen.

Ich halte überhaupt nichts von Low-Carb, Low-Fat oder Low-Fun Diäten. Keine Ernährung bei der man sich bestimmte Dinge verbieten muss kann nachhaltig und zufriedenstellend sein. Damit kauft man sich den JoJo-Effekt quasi direkt dazu. Ich esse alles worauf ich Bock habe. Nur habe ich auf manche Dinge einfach keinen Bock mehr nachdem ich wirklich verinnerlicht hatte was die mit mir und meinem Körper anstellen.

Einen kleinen Trick gab es schon. Ich habe mit Smoothies angefangen. Smoothies waren für mich ein sehr einfacher und bequemer Weg mehr Obst und Gemüse zu mir zu nehmen. Herstellung geht schnell, es schmeckt gut und man kann es prima mitnehmen. Das hat mir schon sehr geholfen.

Die Erkenntnis, dass ich mir mit der Umstellung der Ernährung etwas wirklich Gutes tue war der erste wichtige Schritt. Und das ist auch mein Tipp an euch. Hinterfragt eure Gewohnheiten. Welche davon sind eigentlich nur blöde Programme die ihr euch mal gezogen habt. Warum macht ihr Dinge. Es hilft wirklich aus der gedanklichen Routine auszubrechen. Und wenn ihr merkt, dass Dinge die ihr tut euch mehr schaden als helfen fragt euch warum ihr sie eigentlich tut und ob ihr sie nicht auch durch andere Dinge ersetzen könnt.

Der zweite Teil meines Wandels hat was mit Bewegung zu tun. Seit über 15 Jahren hatte ich mit Sport und Bewegung nicht mehr zu tun, als dass ich im Winter gerne Biathlon geschaut habe. Das war‘s dann auch schon. Diese Bewegungsabstinenz hat natürlich auch das Ihrige dazu beigetragen, dass ich mit meinem Körper nicht mehr so schrecklich viel zu tun hatte. Ich bekam also den Tipp mit Laufen, Boxen oder Tanzen anzufangen. Mir war schnell klar, dass ich etwas machen wollte, was ich ganz für mich alleine tun konnte. Damit schied Tanzen aus. Blieben Laufen und Boxen. Da ich keine aufs Maul bekommen wollte stand ich also davor, dass ich mit Laufen anfangen sollte…

Laufen…

Ich…

Janeisklar.

„Ich weiß, dass sie das eigentlich noch nicht können. Aber wissen sie was: Tun sie es trotzdem.“

Einer dieser Sätze die mich nach wie vor nicht mehr los lassen. Dieser Satz hat genau eine Aussage. Natürlich kann man Dinge nicht, bevor man sie tut. Alles besteht aus lernen. Und wenn man mit neuen Dingen anfängt macht man Fehler, stolpert, steht wieder auf, übt und kommt weiter. Wichtig ist halt, dass man sich selbst dabei nicht überfordert.

Und so habe ich mir Mitte Dezember 2014 Laufschuhe gekauft, hab mir eine uralte usselige Jogginghose angezogen, einen alten Hoody dazu und los ging‘s. Morgens um 7:30 damit mich bloß keiner sieht. Beim ersten Mal waren es 2 km die ich mir vorgenommen hatte. Ich hab’s echt nicht geschafft die am Stück zu laufen. Insgesamt bin ich 4-mal auf den 2 km ein Stück gegangen um wieder Luft zu bekommen. Aber als ich dann wieder zu Hause war, kam ein Gefühl von Stolz auf. Klar war das nicht super. Klar hab ich gemerkt wie unfit ich war. Aber das war ich auch vorher.

Zwei Tage später war ich wieder laufen. Und wieder und wieder. Immer wenn ich geschafft habe eine Distanz ohne Pausen zu laufen habe ich einen km drauf gepackt bis ich bei 10 km war. Und es fühlte sich toll an. Es war nicht so, dass ich diesen einen Lauf hatte der plötzlich super war. Aber Stückchen für Stückchen hat sich das Gefühl in mir breit gemacht, dass ich da was richtig mache.

Irgendwann kam dann dazu, dass ich auch im Alltag gemerkt habe, dass ich fitter wurde. Treppen steigen, hinter der Straßenbahn her rennen und Dinge wie diese waren plötzlich kein Problem mehr.

Nach ein paar Monaten habe ich gemerkt, dass mir meine Klamotten nicht mehr passen. Alles schlabberte an mir herum. Insgesamt habe ich inzwischen 5 Kleidergrößen weniger als vorher. Hatte natürlich den tollen Vorteil, dass ich mir ganz viele neue tolle Klamotten kaufen „musste“ 😉

Beim Metro-Group-Marathon in Düsseldorf bin ich dann in einer Staffel mit gelaufen. Meine Güte war das toll. Ein großartiges Gefühl. Ich bin tagelang grinsend durch die Gegend gelaufen.

So habe ich dann also Stück für Stück meine Ernährung geändert und für mehr Bewegung gesorgt. Beides nicht um Abzunehmen. Ich laufe, weil ich laufen will. Ich esse bessere Dinge, weil es mir gut tut und lecker ist. Quasi nebenbei habe ich dadurch dann die 30 kg abgenommen. Ich fühle mich gut damit.

Also welche Tipps kann ich euch geben?

  1. Hinterfragt Gewohnheiten.
  2. Versucht neue Dinge auch wenn ihr sie noch nicht könnt.
  3. Bewegt euch mehr.
  4. Genießt die Dinge die ihr tut
  5. Und das allerwichtigste. Macht das nicht „um abzunehmen“. Macht es weil es richtig ist und euch gut tut. Wenn ihr Dinge tut weil sie gut für euch sind nähert ihr euch dem Ziel quasi von ganz alleine.

Wenn eine unsportliche, übergewichtige Couchkartoffel das geschafft hat. Dann schafft ihr das auch.

Vielleicht sehen wir uns ja mal beim Laufen im Park. Oder beim Radfahren. Oder in einem tollen Restaurant. Wer weiß…

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